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Kulturelle Bildung und Demokratie Bildung - Vortrag bei dem JuKuBi Fachtag in Berlin

Kulturelle Bildung und Demokratie Bildung - Vortrag bei dem JuKuBi Fachtag in Berlin

Mehr als Mitmachen — Rückblick auf den JuKuBi-Fachtag vom 1. Juli 2026

Am 1. Juli 2026 waren wir zu Gast beim Fachtag „Mehr als Mitmachen – Kulturelle Bildung als Raum für gelebte Demokratie" im Jugendkulturzentrum m24 in Berlin-Pankow. Eingeladen von der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Berlin (LKJ), dem JuKuBi-Netzwerk und dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg, haben wir den Tag mit einem Impulsvortrag und einem Workshop mitgestaltet.
Es war ein Tag mit etwa 50 Fachkräften aus Jugendarbeit, Kultur und Bildung — Menschen, die täglich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und sich die Frage stellen: Wie wird Demokratie nicht nur erklärt, sondern erlebt?

Der Vortrag: Das geht mich an.
Unter dem Titel „Das geht mich an" haben wir am Vormittag der theoretischen Frage des Tages gewidmet: Welche Demokratievorstellungen liegen kultureller Bildung zugrunde?

Im Vortrag haben wir 5 Dimensionen einer gelebten Demokratie entfaltet, die kultureller Bildungsarbeit zugrunde liegen können:
    1    Demokratie als Ort der Vielfalt — Differenz nicht als Problem, sondern als Bedingung
    2    Demokratie als leibliches Zusammensein — der Körper als politisches Instrument
    3    Demokratie als Teilen und Gestalten eines gemeinsamen Ortes — Aneignung als Voraussetzung für Engagement
    4    Demokratie als Ort des Dissens — Konfliktfähigkeit und Krisenfähigkeit als demokratische Kompetenzen
    5    Demokratie als Ort der Teilhabe — sich als Teil fühlen, nicht nur teilnehmen

Theoretisch stützte sich der Vortrag auf John Dewey, Hannah Arendt, Chantal Mouffe und Bruno Latour — und auf die Forschungsarbeit des Programms KuBi Demo der Bundesakademie Wolfenbüttel, an dem Marianne Cornil in den vergangenen Jahren teilgenommen hat.
Der Vortrag ist als Skript verfügbar — zum Herunterladen weiter unten.

Der Workshop: Wo stößt kulturelle Bildung an ihre Grenzen?
Am Nachmittag folgte der Workshop „Wo stößt kulturelle Bildung an ihre Grenzen? – Widerstand als Potenzial nutzen".
Ausgangspunkt waren die Momente, die wir alle kennen: Wenn die Teilnehmenden blockieren. Wenn der Anspruch zu hoch war. Wenn die Hälfte weg ist. Wenn ein Projekt an seine Grenzen stößt — und trotzdem etwas hinterlässt.
Wir haben mit konkreten Situationen aus der eigenen Praxis der Teilnehmenden gearbeitet, diese gemeinsam reflektiert und gefragt: Was wird sichtbar, wenn wir Grenzen nicht vermeiden, sondern ernst nehmen? Widerstand, Scheitern und Reibung — nicht als Störung, sondern als Ausgangspunkt für neue Handlungsmöglichkeiten.

Das Nachdenken über demokratische Haltung in der kulturellen Bildung ist kein theoretisches Luxusproblem. Es ist eine tägliche Praxis — in der Probenarbeit, im Workshop, auf dem Schulhof, auf dem Schulweg. Und es lohnt sich, diese Praxis zu benennen, zu theoretisieren, zu teilenn und sich auszutauschen. Damit die Begriffe — Demokratie, Kultur, Bildung — nicht Worthülsen bleiben, sondern lebendig werden.

Downloads & Links
Vortrags-Skript: „Das geht mich an" → Skript herunterladen
KuBi Demo — Haltung als Prinzip. Durch kulturelle Bildung Demokratie stärken Die Publikation der Bundesakademie Wolfenbüttel, auf die ich mich im Vortrag bezogen habe: → Publikation herunterladen
Mehr über den Fachtag → Programm des JuKuBi-Fachtags 2026

© Bild: close.r von TheatreFragile - Walter Meutzner

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